44 Bahnübergänge werden saniert oder geschlossen
HASTRABAU arbeitet an der Strecke von Elmshorn nach Westerland / Bis zu 40 Mann im Dauereinsatz
DITHMARSCHEN/NORDFRIESLAND. Die Deutsche Bahn und die von ihr beauftragte HASTRABAU haben sich viel vorgenommen. Innerhalb der nächsten sechs Monate sollen 44 Übergänge an der Bahnstrecke Elmshorn – Westerland zum Teil geschlossen, überwiegend aber umgebaut und mit den neuesten Sicherheitsstandards ausgerüstet werden. Viele der höhengleichen Kreuzungen von Straße und Schiene im Bereich Sankt Michaelisdonn und Friedrichstadt wurden Mitte des vergangenen Jahrhunderts errichtet und werden von den Zügen mit Geschwindigkeiten von 140 Stundenkilometern passiert.
Bis zu 40 Mann schicken die aus Hannover stammenden Gleis- und Straßenbauexperten in den Norden, damit der Bahnverkehr von und zur Ferieninsel vor dem Beginn der nächsten Urlaubssaison wieder reibungslos und vor allem sicher läuft. Dazu spendiert die Bahn AG ihrer alten Trasse ein komplettes Modernisierungspaket. Neben dem Austausch von Signalanlagen, Verkabelungen, alten Schienen und Schwellen sowie dem Neubau von Verbindungsstrecken sind die Arbeiten an den Überführungen der Teil, von dem auch die anderen Verkehrsteilnehmer am meisten betroffen sind. „Wenn wir alte Schranken demontieren und neue einbauen, geht das aus Sicherheitsgründen nur unter Vollsperrung oder mit Sicherungsposten“, so ein Sprecher der HASTRABAU.
Die zum Teil parallel verlaufenden Arbeiten aufeinander und mit den weiteren beteiligten Firmen abzustimmen, Männer, Maschinen und Material zur richtigen Zeit an der richtigen Ort zu schicken und dabei auch noch die Wetterkarte im Blick zu behalten, ist die eigentliche logistische Meisterleistung. Zwei gleiche Baustellen gibt es nicht. Während an dem einen Bahnübergang nur neue Kabelschächte eingezogen werden, sind andere so weitgehend zu erneuern, dass darin auch die Fahrbahnen und andere Sicherungseinrichtungen eingeschlossen sind. Da die Kabel bis zu eineinhalb Metern unter den Schienen liegen müssen, rechnen die Teams mit etlichen Überraschungen. Nicht nur starker Regen und Bodenfrost können den Fortgang der Arbeiten verzögern, sondern auch die entlang des Bahnkörpers verlaufende Ölpipeline oder zum Beispiel ein zu hoher Grundwasserspiegel, der den Einsatz wasserdichter Kabelschächte nötig macht. Zudem sind die Zeitfenster knapp bemessen. Maximal drei bis vier Wochen sollen die Autofahrer zu örtlichen Umwegen gezwungen sein, wenn das „volle Programm“ abläuft, das heißt neben den Schranken auch der Überweg selbst saniert, mit neuem Unterbau, einer neuer Fahrbahndecke und neuen Markierungen versehen wird. Mit Ausnahme des Abschnitts zwischen Heide und Friedrichstadt, wo wegen Brückenbauarbeiten vier Wochen lang kein Zugverkehr möglich ist, wird der Rest der Strecke weiter befahren. „Wenn wir Sperrpausen brauchen, dauern die maximal 48 Stunden“, so der Sprecher weiter.
Die Bahnübergänge, die es in den Landkreisen Dithmarschen und Nordfriesland auch in Zukunft noch geben wird, haben nach Abschluss der Maßnahme moderne und elektronisch gesteuerte Schrankenanlagen sowie Sicherungseinrichtungen für Fußgänger, die mit akustischen Signalgebern ausgerüstet sind. Schutzzäune und Erdwälle werden zufälliges Betreten der Schienen verhindern. Wo die Gefahr besteht, dass von der Straße abkommende Autos in die neuen Schalthäuser krachen, sind sogar Leitplanken vorgesehen - und bei der Schließung von Übergängen müssen neue Wirtschaftswege errichtet werden.
Ob die 40 Mann tatsächlich schon Ende April 2011 den Heimweg antreten und die Behinderungen für die Verkehrsteilnehmer auf Schiene und Straße vorbei sind, hängt letztlich aber von der Witterung ab. „Wir bauen, solange das irgend möglich ist“, verspricht die HASTRABAU. Dort erinnert man sich noch gut an den letzten langen Winter mit seinen Auswirkungen auf die Bauzeiten.
