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Fliegerhorst Wunstorf

Gleisbauarbeiten am Fliegerhorst laufen auf Hochtouren

Nach der Zwangpause durch Frost und Schnee will die HASTRABAU die Anbindung nach Poggenhagen bis Ende April fertigstellen

WUNSTORF. Weit über 300 Millionen Euro werden investiert, um den Fliegerhorst Wunstorf für die neue Generation der Transportflugzeuge fit zu machen. Doch bevor das bassige Brummen der über 40 Jahre alten Transall von den Jetgeräuschen des Airbus A400M abgelöst wird, braucht die Luftwaffe mehr als nur eine neue Landebahn, neue Hallen und neue Unterkünfte. Vergangene Woche hat die HASTRABAU mit der Sanierung der Bahngleise von Poggenhagen bis auf das Flugplatzgelände begonnen.

Die Silhouetten der Flugzeuge des Lufttransportgeschwaders kennt jeder, der in der Region Wunstorf schon mal in den Himmel geschaut hat. Wann immer es das Wetter zulässt üben die Piloten an den Werktagen ihre Starts und Landungen oder drehen Runden über dem Steinhuder Meer. Doch wie die Luftversorger sich selbst versorgen, wissen die wenigsten. Jeder Liter Treibstoff, den die Transall und bald auch ihre modernen Nachfolger verbrennen, kommt in Kesselwagen über die Schiene. Damit auch hier die Zukunft beginnen kann, werden insgesamt 1.310 Meter der inzwischen in die Jahre gekommenen Gleisanlagen erneuert. Auch das ist für die Experten aus Langenhagen eine logistische Herausforderung ist – der Betrieb auf dem militärischen Sicherheitsbereich muss schließlich ununterbrochen weitergehen.

Das an drei Bahnübergängen 260 Quadratmeter Bitumenbefestigung aus- und wieder eingebaut werden müssen, sollte eigentlich ein Routinejob sein, aber: Die Schienen führen auch direkt an der Hauptwache vorbei, die nicht einfach geschlossen sondern nur halbseitig gesperrt werden kann. Und von den zehn Weichen, die demontiert werden müssen, befindet sich eine im Sicherungsbereich des Tanklagers. Die Lücke zu schließen geht nicht ohne Schweißgerät – und das zündet man nicht so ohne weiteres direkt neben zig Tausend Litern hochexplosiven Treibstoffs an. Wohl schon deshalb verlangt der Auftraggeber, das Staatliche Baumanagement Weser-Leine, dass jeder der eigesetzten Facharbeiter namentlich benannt wird. Bevor sie mit der Arbeit beginnen, müssen sie Tag für Tag ihren Personalausweis gegen einen Tagesausweis der Luftwaffe eintauschen; wer aus einer Krisenregion stammt, hat keinen Zutritt.

Nicht nur personell müssen die Gleisbauexperten aus Langenhagen sorgfältig planen, sogar der Nachschub für die Baustelle in- und außerhalb des Fliegerhorstes rollt nach Tagesbefehl: 4.200 Tonnen Schotter, 3.100 Meter Schienen, 2.440 Betonschwellen und weiteres Material fahren in den nächsten Wochen mit rund 200 LKW-Ladungen Richtungen Wunstorf. Dies alles erledigt die HASTRABAU nach einem exakten Zeitplan, damit alle 14 Tage für jeweils sechs Stunden der Schienenweg für die Treibstofftransporte frei ist.

Auch nach den bis April laufenden Gleisbauarbeiten werden zunächst noch die Tiefbauer den Ton angeben. Nach der Verlängerung der Start- und Landebahn in Richtung Poggenhagen soll auch das nach Großenheidorn zeigende Ende angebaut werden. Im Herbst beginnt der Hochbau zunächst mit einem neuen Gebäude für die Flughafenfeuerwehr, die schon jetzt unter Platzmangel leidet, künftig aber noch mehr Gerät vorhalten muss. Ab März 2012 entsteht die neue Simulatorhalle, ab Juni kommenden Jahres die Ausbildungshalle sowie kurze Zeit später ein Liegeplatzgebäude, die Instandsetzungs- und die Waschhalle. Das offizielle Ende der Baumaßnahmen, zu denen auch neue Abstellflächen für die Flugzeuge mit Wasser- und Stromversorgung gehören, ist für den Oktober 2016 geplant.

Fotos: wikimedia commons/hastrabau

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