John-F.-Kennedy Platz wird ab Montag „runderneuert“
Bis Ende November Schienenersatzverkehr und weiträumige Umleitungen wegen Gleis- und Straßenbauarbeiten
BRAUNSCHWEIG. Schon ab der kommenden Woche werden auf dem John-F.-Kennedy-Platz mehr Baumaschinen als Straßenbahnen zu sehen sein – und für die Autofahrer beginnt eine Geduldsprobe. Am Montag startet die HASTRABAU in Braunschweig eine der größten Erneuerungsmaßnahmen des Jahres, die den Individualverkehr bis Ende November vor großräumigen Umleitungen und Behinderungen nicht verschonen dürfte.
Auf einer Länge von 500 Metern sollen die Stadtbahngleise, fünf Weichen, vier Schienenkreuzungen sowie Teile der Straßen, der Rad- und Fußwege neu gebaut werden. Obwohl die Arbeiten in drei Phasen laufen, ist ein Stadtbahnverkehr nicht mehr möglich. Gäste der Linien M1 und M2 müssen auf bereitgestellte Busse ausweichen und für die motorisierten Verkehrsteilnehmer werden weiträumige Umleitungen eingerichtet:
Aus der Auguststraße geht es über die Wolfenbüttlerstraße, den Heinrich-Büssing-Ring und die Helmstedter zur Kurt-Schumacher-Straße. Über diesen Weg wird auch der Verkehr vom Bohlweg zum Bürgerpark gelenkt. Von der Wolfenbüttler zur Auguststraße rumpeln die Fahrzeuglenker dagegen zweieinhalb Monate lang über eine provisorische Gleisüberfahrt westlich der Okerbrücke. Das kann vor allem während der Hauptverkehrszeit rund um diesen wichtigen Knotenpunkt im Süden der Braunschweiger Innenstadt heftig werden; nur als Fußgänger kommt man auf wechselnden Pfaden die ganze Zeit über durch.
„Wir können die Autofahrer nur um Verständnis bitten und versprechen, so schnell wie möglich zu arbeiten“, versichert der verantwortliche Oberbauleiter. Damit der für ein Projekt dieser Größenordnung ausgesprochen enge Terminplan eingehalten werden kann, schickt die ausführende HASTRABAU ein zwölf Mann starkes Team mit schwerem Gerät. Die Experten werden zunächst im Norden die Weichen demontieren und die Straße erneuern, während parallel dazu der Gleisbau im Süden startet. Erst in der zweiten und dritten Phase sind dann der Kennedy-Platz selbst und das westliche Baufeld an der Reihe. Was dabei zu tun ist, wissen die Experten unter anderem von ihren Einsätzen am Bohlweg und der Theaterstraße: Damit der Schienen- und Straßenverkehr wieder ein solides Fundament bekommt, wird der Unterbau zum Teil komplett abgetragen und erneuert. Sogar die Radwege werden anschließend fast besser gegründet sein, als heute die eigentlichen Fahrbahnen. Damit dort so lange wie möglich niemand mehr den Spaten in die Hand nehmen muss, steht in den nächsten Wochen ebenso die Revision des Ver- und Entsorgungsnetzes im Untergrund an, wie der Neubau von Fahrleitungsmasten, Beleuchtungs- und Signalanlagen.
Alle Arbeiten miteinander zu koordinieren, dabei den Baumbestand zu schützen und bis Ende November fertig zu werden, sind allerdings nicht die einzigen Herausforderungen für die HASTRABAU, die sich in den letzten Jahren den Ruf eines Spezialisten für innerstädtische „Runderneuerungen“ erworben hat. Wo ab Montag schon die Baggerschaufeln den Asphalt sprengen sollen, könnten unter Umständen noch explosive Überraschungen lauern. Dieser Teil der Stadt wurde im zweiten Weltkrieg so heftig bombardiert, dass wegen der Gefährdung durch Blindgänger nicht einfach drauflos gebuddelt werden darf. Diesem Umstand haben Verkehrs AG, Stadt Braunschweig und Netz GmbH bereits in ihrer Ausschreibung Rechnung getragen und die Verpflichtung zu permanenter Kampfmittelüberwachung hineingeschrieben.
