Kanalbau vor den Wohnungsfenstern
An der Tuckermannstraße wird ein Jahr lang gearbeitet / Bauabschnitte zur Verkehrsentlastung begrenzt
BRAUNSCHWEIG. Gebäude mit drei oder vier Stockwerken, davor die dicht an dicht geparkten Autos der Anlieger, Bushaltestellen, zum Teil alter Baumbestand und schmale Fahrspuren: Das ist die Tuckermannstraße unweit des Braunschweiger Klinikums, wo schon ab dieser Woche ein paar ganz große Löcher gebuddelt werden.
Im Auftrag der Stadt, der Stadtentwässerung und der Energienetze Braunschweig schickt die heimische HASTRABAU ihre Bagger in das Wohngebiet, um 470 Meter Schmutz- , Misch- und Regenwasserkanäle zu verlegen sowie alle Hausanschlüsse zu erneuern. So ein Job lässt sich auf der „grünen Wiese“ schnell erledigen, nicht aber dort, wo sich die Zivilisation schon länger breit gemacht hat. Das Erdreich ist vollgepackt mit Kommunikations- und Versorgungsleitungen. Kein Bauabschnitt darf länger als unbedingt nötig sein, damit die Feuerwehr nicht mit ihrer Drehleiter stecken bleibt. Zwei Fernwärmebauten stehen im Weg, sodass erst ein Stahlschutzrohr unter ihnen hindurchgepresst und der eigentliche Kanal „nachgeschoben“ werden muss. Ein Job mit vielen technischen Details also, für den das ausführende Unternehmen trotz hohem personellen Einsatz ein knappes Jahr benötigen wird. Ganz klar, dass diese Zeit nicht ohne Behinderungen für die Anlieger vorübergehen und es tagsüber mal etwas lauter zugehen wird, auch wenn schwere Maschinen nicht öfter als unbedingt notwendig laufen.
Ist alles erledigt, dann hat die Tuckermannstraße natürlich auch eine neue Asphaltdecke von knapp sechs Metern Breite mit stabilem Unterbau, neue Parkstreifen und neue Gehwege. Was gleich mit erledigt werden kann, haben die Auftraggeber vorausschauend geplant. Fernwärme- und elektrische Leitungen werden zum Beispiel überprüft oder verlegt, wenn die HASTRABAU ohnehin schon alles ausgeschachtet hat. Bis kurz vorher wird allerdings ein 180 Zentimeter hoher Bauzaun an den Fenstern vorbeiwandern, damit niemand aus Versehen in die zum Teil mehrere Meter tiefen Gruben fallen kann.
